Tag der Zahngesundheit 2026: Warum gutes Kauen dich fit hält
Kauen machen wir jeden Tag, ohne groß darüber nachzudenken. Dabei steckt darin weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Der Tag der Zahngesundheit am 25. September 2026 steht deshalb unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“. Wir zeigen dir, was hinter dem Motto steckt und was du im Alltag ganz einfach tun kannst.
Was ist der Tag der Zahngesundheit?
Den Tag der Zahngesundheit gibt es seit 1991, und er findet jedes Jahr am 25. September statt. Getragen wird er vom Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit. Dazu gehören unter anderem der Verein für Zahnhygiene, die Bundeszahnärztekammer, der GKV-Spitzenverband und der Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG), insgesamt rund 30 Organisationen aus Gesundheitswesen und Politik. Das gemeinsame Ziel: möglichst viele Menschen für ihre Mundgesundheit zu sensibilisieren und Wissen rund um Zähne und Zahnfleisch zu vermitteln.
Kauen kann mehr, als du denkst
Wer schmerzfrei und kräftig zubeißen kann, profitiert davon im ganzen Körper. Beim Kauen wird die Kiefermuskulatur trainiert, und das Essen wird schon im Mund zerkleinert und mit Speichel vermischt. Das erleichtert die Verdauung und hilft dem Körper, Nährstoffe aufzunehmen.
Auch in den verschiedenen Lebensphasen spielt Kauen eine wichtige Rolle. Bei Kleinkindern unterstützt eine gute Kaufähigkeit die Entwicklung der Sprache, denn Zunge, Lippen und Kiefer trainieren beim Kauen genau die Bewegungen, die sie später auch beim Sprechen brauchen. Im Alter kann sie dazu beitragen, geistig fit zu bleiben.
Für den Zusammenhang zwischen Kauen und Gehirn gibt es interessante Hinweise aus der Forschung. Eine japanische Studie konnte mithilfe bildgebender Verfahren zeigen, dass Kauen die Durchblutung bestimmter Hirnregionen erhöht (Momose et al., 1997). Eine Übersichtsarbeit, die zahlreiche Einzelstudien zusammenfasst, kam zu dem Ergebnis, dass Zahnverlust mit einem höheren Risiko für nachlassende kognitive Fähigkeiten verbunden ist (Cerutti-Kopplin et al., 2016). Wichtig dabei: Solche Studien zeigen einen Zusammenhang, beweisen aber noch keine direkte Ursache. Sie machen jedoch deutlich, dass gesunde Zähne weit über den Mund hinaus eine Rolle spielen können.
Zu weich, zu süß, zu sauer: Was unseren Zähnen schadet
Wie gut wir ein Leben lang kauen können, hängt nicht nur davon ab, wie wir essen, sondern auch davon, was auf dem Teller landet. Und da zeigt sich seit Jahren ein ungünstiger Trend: Stark verarbeitete und oft sehr weiche Lebensmittel, Snacks wie Riegel und Chips, säurehaltige Getränke und insgesamt zu viel Zucker gehören für viele Menschen zum Alltag.
Die Folgen für die Mundgesundheit sind vielfältig. Zucker fördert Karies und kann Entzündungen des Zahnfleischs begünstigen. Säurehaltige Getränke wie Softdrinks greifen den Zahnschmelz an und verstärken sogenannte Erosionen. Und wer vor allem weiche Kost isst, fordert Kiefer und Zahnhalteapparat zu wenig, was ihnen auf Dauer schaden kann.
Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, bringt es anlässlich des Aktionstags auf den Punkt: Gesunde Zähne seien „kein Zufallsprodukt“, sondern das Ergebnis bewusster Ernährung, guter Kaufähigkeit und frühzeitiger Vorsorge.
Früh übt sich: Mundgesundheit beginnt in der Kindheit
Gesunde Gewohnheiten entstehen am besten früh. Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene, wünscht sich, dass gesunde Ernährung, regelmäßiges Zähneputzen und Gesundheitsbildung schon in Krippe, Kita und Schule selbstverständlich zusammengehören. Konkret heißt das: Wasser und ungesüßte Getränke statt Saft und Limo, etwas zum richtigen Kauen in der Brotdose und das tägliche Zähneputzen als fester Teil des Tages.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Gruppenprophylaxe, bei der Kinder in Kitas und Schulen spielerisch lernen, wie gute Zahnpflege funktioniert. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen diese Angebote, damit alle Kinder die gleiche Chance auf gesunde Zähne haben. Dr. Justine Röhmel vom GKV-Spitzenverband formuliert es so: In der Gruppe und mit der richtigen Anleitung „kaut und putzt es sich einfach besser“.
Aber nicht nur Kinder brauchen Unterstützung. Der BZÖG weist darauf hin, dass auch Menschen mit Einschränkungen und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen von zusätzlicher zahnärztlicher Vorsorge profitieren, und setzt sich dafür ein, die zahnärztlichen Dienste im Öffentlichen Gesundheitswesen zu stärken.
So hältst du deine Zähne im Alltag fit
Die gute Nachricht: Für kräftige, gesunde Zähne brauchst du keine komplizierten Routinen. Schon ein paar Gewohnheiten machen einen großen Unterschied.
Öfter mal richtig zubeißen. Rohes Gemüse wie Karotten oder Kohlrabi, Äpfel, Vollkornbrot oder Nüsse geben deinen Zähnen und deinem Kiefer etwas zu tun und regen gleichzeitig den Speichelfluss an, der die Zähne auf natürliche Weise schützt.
Zucker und Säure bewusst genießen. Süßes und saure Getränke musst du nicht komplett streichen. Besser ist es aber, sie nicht über den ganzen Tag verteilt zu naschen oder zu trinken. Wasser und ungesüßter Tee sind die zahnfreundlichsten Durstlöscher.
Zweimal täglich gründlich putzen. Morgens und abends mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, dazu die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen. Dort bleiben Beläge besonders gern hängen.
Regelmäßig zur Kontrolle. Ein Besuch beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin mindestens einmal im Jahr hilft, Probleme früh zu erkennen, bevor sie zu echten Baustellen werden.
Fazit: Gesund beginnt im Mund
Das Motto des diesjährigen Tags der Zahngesundheit trifft es genau. Gut kauen zu können, ist keine Nebensache, sondern trägt zu Wohlbefinden und Gesundheit bei, und zwar ein Leben lang. Nimm den 25. September doch einfach als Anlass, deine eigene Zahnpflege-Routine einmal unter die Lupe zu nehmen. Deine Zähne werden es dir danken.